Christian Masengarb

Dem Populismus ein Ende

Menu
  • Alle Artikel
  • Portfolio & Referenzen
  • Soziale Medien
  • Über mich
  • Bücher
Menu

Heinz-Christian Straches Ibiza-Video: Populisten kann man nicht trauen

Posted on 27. Mai 20192. November 2019 by Christian Masengarb

Es ist grotesk: Österreichs Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache trifft sich auf Ibiza mit einer angeblichen Oligarchen-Tochter. Er sichert ihr Staatsaufträge gegen Wahlhilfe zu. Er erklärt ihr, wie sie seiner Partei illegal Geld spenden kann. Und er wirkt dabei seltsam routiniert. Besonders, als er damit prahlt, wie viele wohlhabende Österreicher der FPÖ schon illegal spenden.

Doch als das alles öffentlich wird, ist es Strache nur „peinlich“. Von Schuld will er nichts wissen. Er spricht von einer Falle und Spionage. Er sagt, dass ausländische Mächte den österreichischen Wahlkampf beeinflussen wollen. Und dass er nur getan habe, was jeder Politiker gelegentlich tut. Er lässt keinen Zweifel: Er ist der Gute, die anderen die Bösen.

Das ist Irrsinn, klar. Warum soll es gleich eine Verschwörung sein, wenn die Österreicher erfahren, dass ihr Vize-Kanzler gerne mit reichen Russen einen drauf macht? Wenn das so normal wäre, warum gibt es ähnliche Videos weder von Angela Merkel noch von Martin Schulz? Und können sich Mitglieder einer Regierung, die ihre Menschen vielerorts überwacht und filmt, wirklich beschweren, wenn es ihnen auch einmal so geht? Was Strache sagt, ist Wahnsinn.

Der Fall Strache zeigt: Rechtspopulisten kann man nicht trauen

Doch es wird noch verrückter. Denn obwohl sich die FPÖ mit der Strache-Affäre unwählbar gemacht hat, hat der gestrigen Europa-Wahl knapp jeder fünfte Österreicher (17,2 Prozent) sein Kreuz bei den Rechtspopulisten gesetzt. Egal, wie lächerlich es sein mag, wenn sich Strache als das Opfer einer Verschwörung inszeniert – es gibt genügend Menschen, die ihm das bereitwillig glauben.

Das ist das eigentliche Problem mit dem Populismus: Er verblendet seine treuesten Anhänger derart, dass sie ihrer Partei fast blind nachlaufen. Die Anführer können sich alles erlauben – und machen das auch.

Das Verhalten Straches ist kein Zufall. Es ist die logische Folge des Selbstverständnisses der Rechtspopulisten. Sie verkaufen sich als Retter ihres Landes. Als Saubermänner, die den Laden in Wien aufräumen wollen und Schluss machen mit Schacherei und Eliten-Herrschaft. Als Helden, die um den Erhalt Österreichs kämpfen – und gegen angebliche Feinde von innen und außen. Auch Strache drischt dieses Denkmuster bei jeder Gelegenheit, selbst bei seinem Rücktritt.

Spätestens seit dem Ibiza-Video ist klar, welcher Unsinn das ist. Wer der FPÖ aber ihr Freund-Feind-Schema glaubt, muss sie auch nach dem Strache-Skandal noch wählen. Er braucht die Rechtspopulisten, weil er es nur ihnen zutraut, Österreich vor den angeblichen Feinden zu schützen. Wenn die FPÖ dabei unlautere Mittel anwenden muss, ist das ihren Anhängern immer noch lieber, als Österreich einem angeblichen Feind zu überlassen. Wer glaubt, dass das Land in Gefahr ist, sieht seinem Retter alles nach.

Oder er schwingt sich selbst zum Retter auf – und tritt der FPÖ bei. Auch dann glaubt er, sich im Kampf für das Gute und gegen das Böse alles erlauben zu dürfen. Ja, sogar sich alles erlauben zu müssen.

In der Führungsriege der Rechtspopulisten sitzen also zwei Typen von Menschen: Die, die das Freund-Feind-Schema zum Wählerfang einsetzen und denen es eigentlich nur um Macht geht. Und die, die diesen Unsinn selbst glauben und deswegen zu allem bereit sind. Keinem von beiden kann man trauen.

Das gilt nicht nur für die FPÖ. Sondern auch für die AfD und Trump, Le Pen in Frankreich und Salvini in Italien. Es gilt generell und weltweit. Und es galt schon immer: Wer glaubt, der Verteidiger des Guten und Richtigen auf der Welt zu sein, ist entweder verrückt, machtgierig oder verblendet. Trauen sollte man ihm nicht.

Artikelfoto: Screenshot Youtube

Ähnliche Artikel:

  • US-Präsident Donald Trump äußert sich auf einer Pressekonferenz in Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida, nach der Operation „Absolute Resolve“ in Venezuela, die zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führte, am Samstag, dem 3. Januar 2026. Von The White House – https://www.flickr.com/photos/202101414@N05/55025521421/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181301219.

    Venezuela: Wir reden Trump schon wieder klüger, als er ist

  • Donald Trump schüttelt AfD-Politiker die Hände

    Warum die AfD Umfragen gewinnt, während die USA an Trump verzweifeln

  • Ein Sprinter im US-Trikot läuft allein auf einer Laufbahn.

    Deutschland "verliert" das KI-Wettrennen - zum Glück

  • Viktor Frankl Zitat „Denn die Welt ist in einem schlechten Zustand, aber alles wird noch schlimmer werden, wenn nicht jeder von uns sein Bestes tut.“

    Es ist nie sinnlos, Populisten zu widersprechen

Seite abonnieren

Lesen Sie „Es gewinnen alle oder keiner“

Es gewinnen alle oder keiner. Wie wir uns vor dem Populismus retten. Christian Masengarb

Beliebteste Beiträge

  • Was Donald Trump wirklich will? Aufmerksamkeit.
  • Die BBC tat bei Trump, was jeder guter Journalist tun sollte
  • Venezuela: Wir reden Trump schon wieder klüger, als er ist
  • Habt Vertrauen in die Jugend – Kulturpessimismus ist Arroganz
  • Wie die AfD lügt, Teil 3: Die Geschichte vom bösen Ausländer
  • Populisten zwingen Wähler zu mehr Politischer Korrektheit, nicht weniger
  • Hans Rosling: Die Welt ist besser, als wir denken
  • Wie die AfD lügt, Teil 2: Propaganda wie vor 1945
  • Es ist nie sinnlos, Populisten zu widersprechen
  • Grüne Verbote: Die Grundidee hinter Umweltregeln – Vorteile und Nachteile

Archiv

Alle Artikel

Beitragsliste

Impressum

Neueste Beiträge

  • Venezuela: Wir reden Trump schon wieder klüger, als er ist
  • Warum die AfD Umfragen gewinnt, während die USA an Trump verzweifeln
  • Deutschland „verliert“ das KI-Wettrennen – zum Glück
  • Es ist nie sinnlos, Populisten zu widersprechen
  • Zwei VW-Werbungen erklären, wie Populismus funktioniert

Alle Themen

Alle Themen

Sonstiges

Andy Weir – The Egg (deutsche Übersetzung)

Sehr guter Artikel von Benjamin Hindrichs: 10 Schritte, wie jeder zum Rechtspopulisten wird krautreporter.de/politik-und-...

— (@crsmgb.bsky.social) 2025-02-10T16:49:58.559Z

Impressum

©2026 Christian Masengarb | Theme by SuperbThemes