Donald Trump sagt, sein Angriff auf den Iran solle dem Land „Freiheit“ bringen. Wie das funktionieren soll, sagt er nicht. Angriffe wie diese ändern in ölreichen Ländern meist wenig.
Kritiker unterstellen US-Präsident Donald Trump seit Wochen, ohne Plan Militärschläge gegen den Iran voranzutreiben. Nun, da er die Schläge befohlen hat, stützen seine Begründungen diese Kritik.
1. Trump ändert die Begründung, nicht die Handlung
Als Trump die US-Armada Richtung Iran schickte, begründete er dies auch damit, den Iran vom Bau einer Atombombe abhalten zu wollen.
Trump ließ die US-Luftwaffe aber bereits im Juli 2025 Angriffe auf die Labors des Programms fliegen. Damals behauptete er gegen die Stimmen seiner Militärs, diese Angriffe hätten das iranische Atomprogramm vollständig vernichtet. Warum er nun erneut ein angeblich vernichtetes Programm angreift, konnte der US-Präsident nicht erklären.
Also änderte er die Begründung. Er betonte stärker die Befreiung der Iraner. Auch diese Erklärung lässt aber Fragen offen.
2. Ölreiche Länder neigen nicht zu Demokratie und Freiheit
Militärschläge allein bringen ölreichen Ländern selten langfristige Freiheit.
Dominiert in einem Land die Ölförderung die Wirtschaftsleistung, sichert sie den Eigentümern der Ölfelder politische Macht. Diese Eigentümer entscheiden das Schicksal vieler Menschen. Sie können Gefälligkeiten einfordern, Treue mit Geld belohnen und Widerstand durch Geldentzug bestrafen.
Diese Entwicklung spielt gegen eine Demokratie. In Ländern, die ihren Wohlstand aus vielen Bereichen und Firmen schöpfen, entscheiden eher alle gemeinsam. In Ländern, in denen einige wenige Bereiche und Firmen den Wohlstand verteilen, entscheiden häufiger die Eigentümer dieser Firmen.
Im Falle ölreicher Länder heißt das: Oft übernehmen die Eigentümer der Ölfelder die Regierung oder die Regierung übernimmt die Ölfelder. In beiden Fällen liegt viel Macht in den Händen weniger.
3. Luftschläge ändern nichts an grundlegender Dynamik
Im Jahr 1979 vertrieb die iranische Revolution dem Schah aus dem Land. Auf ihn folgte der Ayatollah. Dieser begründete seine Regierung anders. Ein Demokrat war auch er nicht.
Entmachtet Trump nun die islamistische Regierung droht auf sie wieder eine Form der Diktatur zu folgen. Solange der Iran keine weiteren Wirtschaftsbereiche aufbaut, die ähnlich viel zum Wohlstand beitragen wie die Ölindustrie, bleibt dies das wahrscheinlichste Ergebnis.
Trump lässt kein Interesse erkennen, diese Wirtschaftsbereiche aufzubauen. Er kritisierte die US-Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak. Im Iran wird er kaum langfristig Truppen stationieren, um eine junge Demokratie abzusichern, bis ihre Wirtschaft blüht. Diese Absicherung wäre auch nötig, um die weiteren Bereiche zu verändern die eine Demokratie stützen: politische Kultur, Bildung, sicheres Recht.
Trump verhängte zudem Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, die neue Wirtschaftsbereiche abwürgen. So sicherte er die Stellung der Ölindustrie und damit die Tendenz des Landes zur Diktatur.
Ohne langfristige Unterstützung ändern Bomben und Raketen an dieser Tendenz wenig.
Artikelbild: The White House – https://www.flickr.com/photos/202101414@N05/55119144383/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=185142833.




